Irene Nierhaus

Pastor/ale

 

Der Beitrag fokussiert die Grünfläche - jene Fläche, von der nicht nur beim Hansaviertel soviel die Rede ist, sondern die sich nach 1945 „unter“ allen neuen Architekturen ausbreiten wird. Sie vermittelt die Wohnsiedlungen auch als Territorialisierungsvorgang, der Überschaubarkeit (Kontrolle) innere Einheit (Nachbarschaft) und Bindung an das Territorium garantieren soll - wobei die Benennungen je nach ideologischer Ausrichtung wechseln (von der „Scholle“ zur „Natur“). Ausgangspunkt des Gedankenganges ist der mythische Satz von Werner Durth: „offene, lichte Räume (...) und zwar als Versuch der Versöhnung mit der geschändeten, verbrannten, zerbombten Natur unter dem Grundriss der Städte.“ Dieser Überblendung von Natur und Grundriss wird in Plan (Modell, Bauausstellung) und Natur (als Ruine, Landschaft, Stadtlandschaft, Territorium) nachgegangen und mit dem zentralen Projekt der Moderne als Epoche der Naturalisierung von gesellschaftlichen Beziehungen in Bezug gesetzt.