Christoph Asendorf

"One World" oder Verlust der Mitte"? - Kunst, Konsumkultur und Kulturkritik in den fünfziger Jahren

 

Im Rückblick erscheinen die fünfziger Jahre als eine Epoche, in der, nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges einerseits und angesichts neuer und vielversprechender zivilisatorischer Möglichkeiten andererseits, moderne und gegenmoderne Weltentwürfe noch einmal grundsätzlich zur Debatte standen. Will man die Optionen grob vereinfachen, dann steht ein “amerikanisches” Modernisierungsprojekt, basierend auf einer festen Verbindung von Demokratie, Technologie und Konsum, einer “alteuropäischen” Kritik gegenüber, welche diese Vorgaben in Zweifel zieht. Die Debatte scheint in zwei Etappen zu verlaufen: zunächst eine Grundsatzdiskussion, in die auch noch die Problemlage der Zwischenkriegszeit hineinwirkt, und dann, in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre, die konkrete Erörterung veränderter Mentalitäten und neuer Technologien wie der Kybernetik, ohne daß sich aber nun, um einen zeittypischen Ausdruck zu zitieren, ein konsensfähiges neues “Menschenbild” herausbilden würde.