Oliver Elser

Learning from. Ein Münchner Remake des Aalto-Gebäudes und der Versuch einer Blockrandschließung

 

Fünfunddreißig Jahre nachdem Alvar Aalto ein mehrgeschossiges Wohnhaus im Rahmen der INTERBAU im Berliner Hansaviertel realisierte, erreichte ein fingiertes Schreiben die Münchner Architektenkammer. Darin beschwerte sich ein anonymer Absender unter dem Namen Alvar Aalto darüber, dass in einem Wettbewerb für das Münchner Stadterweiterungsgebiet "Theresienhöhe" ein Architekturbüro mit einer Kopie des Berliner Bauwerks von 1957 den ersten Preis gewonnen habe.

Doch das Plagiat war zu offensichtlich, um den erhofften Wirbel auszulösen. Die Architekten HildundK (http://www.hildundk.de) hatten sich im Wettbewerb nie gescheut, das Vorbild zu benennen. Spät, aber schließlich doch, wurde von ihnen die Losung von der "Stadt von morgen" aufgegriffen, indem einer der Hansaviertel-Bauten zum Baustein wurde, der sich auch nach Jahrzehnten noch verwenden lässt. Mit einigen Veränderungen zwar, aber vor allem im Innern ein "echter Aalto". Da die Moderne zwar nach Standards suchte, vor allem aber das immer wieder Neue feierte, musste das mittlerweile gebaute Remake zu Irritationen führen.