Filme

 

 

Mittwoch, 6. Juni 2007, 20 Uhr (Kurzfilmprogramm 1)

Eine einzige große Familie: Wiederaufbau und Gemeinschaft

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Studio

 

 

Ich und Mr. Marshall

Regie: Stuart Schulberg, D/Amerikanische Zone, 35mm, 1948, 14'

 

Ein junger Bergmann schildert die Lebensumstände in Europa nach Kriegsende und erklärt die Verteilung der Mittel des European Recovery Programs (ERP), welche zur Wiederbelebung von Wirtschaft und Außenhandel verhalfen. Der unter Aufsicht der Information Control Division des U.S. Office of Military Government for Germany produzierte Film war Teil des Umerziehungsprogramms für die deutsche Bevölkerung und wurde in Filmtheatern und nicht-gewerblichen Spielstätten des amerikanischen Sektors gezeigt.

 

 

Ferien vom Alltag

Regie: Johannes Lüdke, BRD, 16mm, 1951, 15'

 

Auf die Frage eines introvertierten Bäckers "Was fange ich an?" (mit dem Nachmittag, dem Urlaub, dem Leben) antwortet der Film in Form eines Volkhochschulheimaufenthalts, der seinen Teilnehmern Demokratieverständnis, Offenheit und Sinn für Ästhetik vermitteln will. Das Lernziel der Protagonisten des Films gleicht dem der Zuschauer identisch: die Herstellung einer sozialen Handlungsfähigkeit, die jedes Individuum unabhängig seiner persönlichen Vergangenheit erlernen und anwenden kann.

 

 

Siemens-Werbefilm: Farbige Klänge - Erfolgreiche Form

Produktion: Fischerkoesen, BRD, 35mm, 1953, 2'

 

In den 1950er Jahren erblühte die Werbefilmbranche und machte Hans Fischerkoesen und sein Studio, das bis zu 60 Mitarbeiter beschäftigte, zum erfolgreichsten und bekanntesten Werbe- und Animationsfilmproduzenten der Bundesrepublik. "Farbige Klänge" wirbt für Siemens Rundfunkgeräte, die sich durch technische Qualität auszeichnen und sich harmonisch und frei von modischen Effekten in jedes Heim einfügen.

 

 

Das Haus am Dornröschenweg

Regie: Hans F. Hermann, BRD, 16mm, 1958, 21'

 

Der vom United States Information Service (USIS) produzierte Film verknüpft die Themen der demokratischen Rechtssicherheit und des Eigenheimbaus: Herr Möller erhält vor Gericht die Baugenehmigung für sein neues Grundstück, welche ihm von der zuständigen Behörde zuvor verweigert wurde. Der Intention des Films, Vetrauen in den Grundsatz zu schaffen, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, wird durch ein in die Spielhandlung eingeflochtenes Gespräch mit einem Herrn aus der 'Zone' Nachdruck verliehen.

 

 

Aus der Spielkiste

Regie: Gerhard Grindel, BRD, 16mm, 1955, 9'

 

Der Film zeigt die Eröffnung einer neuen Spielkiste durch das Rote Kreuz Berlin. Das in öffentlichen Sammlungen zusammengetragene Spielzeug wird repariert und an Kinder entliehen. Die Verwaltung der sozialen Einrichtung übernehmen die Kinder selbst: neben der Förderung der Persönlichkeitsentfaltung (nach den Gschlechterrollen getrennt spielen Mädchen mit Puppen und Jungen mit Autos) sollen sie lernen, Verantwortung zu tragen und mit Gemeinschaftseigentum pfleglich umzugehen.

 

 

Eine Hochhausstadt

Regie: Kurt Stordel, BRD, Video, 1958, 19'

 

Der dokumentarische Filmbericht der Gemeinnützigen Siedlungsaktiengesellschaft Hamburg (SAGA) porträtiert den Bau und die Nutzung der Hochhäuser am Grindelberg. Der Darstellung neuer Methoden sowohl im Stahlskelett- als auch im Stahlbetonbau folgt der Blick in die unterschiedlich zugeschnittenen und von Licht durchfluteten Wohnungen. Die fortschrittliche Ausstattung wird ergänzt durch moderne Spielplätze, Parkgaragen und Ladenzeilen in der Hochhausstadt, alles Dinge, die dazu bestimmt sind, "die Menschen glücklich zu machen."

 

 

TV of Tomorrow

Regie: Tex Avery, USA, 16mm, 1953, 7'

 

Von 1941 - 1954 arbeitete der Cartoonzeichner Tex Avery für die Metro Goldwyn Mayer Studios, wo er wine Ästhetik entwickelte, die sich von realistischen Darstellungen absetzte und die frechen Inhalte stärker stilisierte. Eine bemerkenswerte Serie von Cartoons aus dieser Zeit mokiert sich über Zukunftstechnologien: "The House of Tomorrow", "The Car of Tomorrow", "The Farm of Tomorrow " oder "The TV of Tomorrow". In letzterem beschreibt Avery das neue häusliche Leben n der Stadt unter einem Wald von Fernsehantennen.

 

 

 

Donnerstag, 7. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 1)

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Die Halbstarken

Regie: Georg Tressler, BRD, 1956, 90'

 

Die Halbstarken der 1950er Jahre folgten in ihrer Mode und ihrem Habitus den Helden des amerikanischen Kinos, James Dean und Marlon Brando, und dem an Popularität gewinnenden Rock 'n' Roll. Mit ihrer Randale versetzten sie das biedere Nachkriegsdeutschland in Angst und Schrecken. In Georg Tresslers Kultfilm stehen die Welt der Straße, der Cafés und Tanzsäle, die rebellischen Phantasien und kriminellen Handlungen der Jugendlichen im Gegensatz zum familiären und autoritären Zuhause. Der Film machte seine HauptdarstellerInnen Horst Buchholz und Karin Baal über Nacht zu Stars.

 

 

 

Mittwoch, 13. Juni 2007, 20 Uhr (Kurzfilmprogramm 2)

Geteiltes Berlin: Stadtplanung und Propaganda

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Studio

 

 

Grossbaustelle Hansaviertel

Auftraggeber: Senator für Bau und Wohnungswesen Berlin, BRD, Video, 1959, 10'

 

Mit Hilfe von Modellansichten legt der Film die "aus der Phantasie der Freiheit geborene" Programmatik des Hansaviertels und seiner Wohnburgen von morgen dar. Der Neubau des als vom Krieg völlig zerstört deklarierten Areals folgt der Idee einer großzügigen Durchgrünung und will sich nicht nur von den Hinterhöfen der Mietskasernenstadt des 19. Jahrhunderts, sondern auch von den Straßenschluchten New Yorks und Hongkongs absetzen. Die Dokumentation des Baugeschehens in "Grossbaustelle Hansaviertel" hebt besonders die bautechnischen Rationalisierungsfortschritte hervor.

 

 

Geschichte einer Straße

Regie: Bruno Kleberg, Walter Marten, DDR, 35mm, 1954, 26'30''

 

"Geschichte einer Straße" dokumentiert die Vorgeschichte und Entstehung der Ostberliner Stalinallee, die anstelle der weitgehend zerbombten Frankfurter Allee gebaut wurde. Nach der Enttrümmerung des Boulevards durch tausende Aufbauhelfer wurde das gigantische Stadtensemble, das sich an Moskauer Vorbildern zu orientieren hatte, unter der Leitung eines Architektenkollektivs um Hermann Henselmann in Rekordzeit realisiert. Dem Westen sollte das bessere Deutschland präsentieren werden, im Wettkampf der Systeme leistete man sich Wohnpaläste für die Arbeiterklasse. Der Film ist die Kurzfassung des 1952 gedrehten Films "Eine Straße in Deutschland", der nicht zur Aufführung kam.

 

 

Wochenschau vom 4.11.1958 (Ausschnitt: Berlin mit französischen Augen gesehen)

Produktion: UFA Wochenschau, BRD, Video, 1958, 1'30''

 

Der Wochenschaubeitrag porträtiert das geteilte Berlin aus Sicht zweier Pariser Korrespondenten. In unverblümt propagandistischem Ton wird vom Westteil, dessen neues Hansaviertel als Musterbeispiel eines phantasievollen Urbanismus beschrieben wird, nach Osten geblendet. "Man ist unten den Linden und ein Franzose ist geneigt zu sagen: bonjour tristesse." Bilder von ärmlichen Kellerwerkstätten, Pferdedroschken und der Stalinallee als der "Straße der Priviligierten" sollen die Negativdarstellung nachdrücklich untermalen.

 

 

Unsere Stadt

Regie: H.O. Schulze, BRD, Video, 1955, 13'

 

Ein Gemüsehändler und Anwohner der Wiesbadener Webergasse erhält ein Schreiben, in dem ihm der Abbruch seines Hauses angekündigt wird. Verweigert er sich, droht ihm die Enteignung. Wie Andere vor ihm geht er aufs Rathaus, um Protest anzumelden. Dort erklärt der zuständige Stadtbaurat, warum die Straßen verbreitert und neue Parkplätze geschaffen werden müssen: "Straßen sind die Lebensadern unserer Stadt. Sie sind gesund, wenn der Verkehr fließt." Das Konzept der aufgelockerten Stadt, in deren Zentrum sich die Geschäfts- und Einkaufbereiche befinden, umgeben von Wohngebieten samt Schulen oder Krankenhäusern, wird dem Steinmeer der alten Stadt gegenübergestellt. Um Enteignungen zu vermeiden, ruft der Film zur Bildung von Aufbaugemeinschaften auf.

 

 

Die Fensterputzerserenade

Regie: Rolf Schnabel, DDR, 35mm, 1960, 16'

 

Dieser feuilletonistische Dokumentarfilm des Filmemachers und DEFA-Funktionärs Rolf Schnabel begleitet eine Handwerker-Produktionsgenossenschaft, die Berliner Putzbären, bei der Arbeit. In den sauberen Fensterscheiben spiegeln sich vielerlei Einsichten und bilden ein Repertoir der kleinen Menschlichkeiten des Alltags. "Die Fensterputzerserenade" entwirft ein humorvolles, beinahe satirisches Zeitbild Ostberlins.

 

 

Osram-Werbefilm: Die gläserne Sonne

Produktion: Fischerkoesen, BRD, Video, 1954, 2'

 

In den 1950er Jahren erblühte die Werbefilmbranche und machte Hans Fischerkoesen und sein Studio, das bis zu 60 Mitarbeiter beschäftigte, zum erfolgreichsten und bekanntesten Werbe- und Animationsfilmproduzenten der Bundesrepublik. In dem von Osram in Auftrag gegebenen Zeichentrickfilm "Die gläserne Sonne" schwärmen frisch gefertigte Glühbirnen und Neonröhren aus der Fabrik und beglücken Wohnzimmer, Werkstätten und Straßen mit Licht. "Osram – so hell wie der lichte Tag."

(Mit Dank an Alexandra Kinter, Siemens Corporate Archives)

 

 

Verliebt in Berlin

Regie: Ernst Günter Paris, BRD, Video, 1956, 12'

 

Der von der UFA in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt Berlin in Farbe produzierte Farbfilm präsentiert kulturelle Attraktionen, Sehenswürdigkeiten und Charaktere der wiederaufgebauten Weltstadt, eingebunden in eine Spielhandlung um die junge Amerikanerin Jane und den Westberliner Studenten, der ihr die Stadt zeigt: die bunten Schaufenster des Ku'damms, ein Autorennen auf der Avus, die neuen Bürohäuser und blumengeschmückten Grünanlagen. Vor der Abreise zurück in die Heimat gilt der Trost: "Alle die sich in diese Stadt verliebt haben, sagen wie Du, Jane: Auf Wiedersehen Berlin!"

 

 

 

Donnerstag, 14. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 2 )

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Das Brot der frühen Jahre

Regie: Herbert Vesely, BRD, 35mm, 1962, 81'

 

In "Das Brot der frühen Jahre" inszeniert Herbert Vesely die Geschichte des jungen Elektromechanikers Walter Fendrich, der mit der Tochter seines Chefs verlobt und auf dem Weg zur gesicherten Existenz ist, jedoch unvermittelt aus seinem gewohnten Leben ausbricht, als er einer Jugendfreundin wiederbegegnet. Der teils am Rande des Hansaviertels gedrehte Film entwirft eine bemerkenswert künstlerische, aus verschiedenen Perspektiven und inneren Monologen zusammengesetzte Adaption der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll.

 

 

 

Montag, 18. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 3)

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Jonas

Regie: Ottomar Domnick, BRD, 16mm, 1957, 81'

 

Mit seiner düster-existenzialistischen Stimmung ragt Ottomar Domnicks "Jonas" aus dem Kanon des bundesdeutschen Kinos der Nachkriegszeit heraus. Die traumatischen Erlebnisse des Einzelgängers und Durchschnittsmenschen Jonas, der sich im Irrgarten der anonymen, angsteinflössenden Großstadt verliert, wird durch eine Prolog von Hans Magnus Enzensberger eingeführt: "in dieser Stadt / in ihren türmen / ihren riesigen warenkörben / zwischen signalen und maschinen / in dieser stadt wohnen keine götter / und keine helden. / die stadt schläft. / in ihren kabinen schlafen viele / sie schlafen in ihren zellen / im stahlskelett / sie schlafen hinter den chiffren / und den fassaden. / ..."

 

 

 

Mittwoch, 20. Juni 2007, 20 Uhr (Kurzfilmprogramm 3)

Licht, Luft, Sonne: Wohnungsbau und Eigenheim

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Studio

 

 

Die Frankfurter Kleinstwohnung

Regie: Paul Wolff, D, 1928, 6'

 

1925 verabschiedete die Stadt Frankfurt ein von Stadtbaurat Ernst May konzipiertes Wohnungsbauprogramm, nach dem in den nächsten fünf Jahren 12.000 Wohnungen in zusammenhängenden Siedlungen errichtet wurden. Um die rationelle Bauweise und funktionale Ausstattung der Wohnungen zu dokumentieren und zu bewerben, gab das Hochbauamt eine Reihe von Kurzfilmen in Auftrag: "Die Häuserfabrik der Stadt Frankfurt", "Die Frankfurter Küche" und "Die Frankfurter Kleinstwohnung". Letzterer stellt anhand des Tagesablaufs einer Familie eine Einliegerwohnung in Frankfurt-Praunheim vor.

(Mit freundlicher Unterstützung durch das Medienzentrum Frankfurt)

 

 

Ein Dach über dem Kopf

Regie: Eva Kroll, BRD, 1950, 15'

 

Der vom amerikanischen Office of the High Commissioner for Germany (HICOG) unter dem Label "Zeit im Film" vertriebene Re-orientaton Film zeigt einen Arbeiter, der mit seiner Familie in einer unzureichenden Unterkunft haust. Verzweifelt wandert er durch die Straßen, bis er mit dem Vorsteher einer Baustelle, auf der neue Wohnblöcke errichtet werden, ins Gespräch kommt. Er erfährt von den Vorteilen der Fertigbauweise und gewinnt die Erkenntnis, dass sich durch die Bildung von Selbsthilfegemeinschaften und die Zusammenarbeit mit Bausparkassen und Wohnungsbaugesellschaften der Bau eines eigenen Heims verwirklichen lässt.

 

 

Die Welt baut in Berlin

Regie: Hans Cürlis, BRD, 1957, 10'

 

Hans Cürlis' Film über den Neubau des Hansaviertels eröffnet mit dem Besuch des Bundespräsidenten Theodor Heuss auf dem Richtfest der "vom neuen Zeitgefühl des Architekten geprägten" Kaiser Friedrich Gedächtniskirche. Es folgt ein historischer Abriss zur Berliner Stadtentwicklung und den Konzepten des Neuen Bauens der 1920er Jahre. Zwischen die Kamerafahrten über das Modell des neuen Hansaviertels schneidet Cürlis Interviewausschnitte mit Corbusier und Gropius. Die Entwürfe der internationalen Architekten zielen auf den Wechsel von Hochhäusern und Flachbauten: "Bei einheitlicher Grundidee soll ein Bild größter Vielfalt erreicht werden. Mit diesem Plan werden wir auf dem Weg zu Stadt von Morgen wieder ein gutes Stück vorankommen".

 

 

Zwölf Jahre danach

Auftraggeber: Neue Heimat Hamburg, BRD, 1957, 14'

 

Ein Filmbericht über die Aufbauleistung der gewerkschaftseigenen Unternehmensgruppe Neue Heimat Hamburg. Nach einem Rückblick auf die Ruinen der deutschen Städte und das Wohnungselend der Flüchtlinge nach 1945 stellt der Film die jüngsten Fortschritte im Wohnungsbau heraus, es werden Projekte in Kassel, Fulda, Bremen oder München vorgestellt. Steuerliche Abschreibungsmodelle, die sog. Eigenheimzulage, erscheinen als Möglichkeit, sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. "Zwölf Jahre danach" begleitet den Neuen Heimat Vorstand auf die Ausstellung der Wohnungsbauunternehmen im Rahmen der Interbau 1957 und schließt mit der Zielsetzung, weiterhin "Wohnungen, Wohnungen und nochmals Wohnungen" zu bauen.

 

 

Eine alltägliche Geschichte

Auftraggeber: Bundesluftschutzverband, BRD, 1955, 12'

 

Die Spielhandlung in "Eine alltägliche Geschichte" zeigt ein Baustellengespräch zwischen einem Architekten und einem zur Arbeit hetzenden Herrn, um die luftschutztechnische Notwendigkeit der modernen, aufgelockerten Stadt zu erläutern. Freiflächen und breite Straßen sollen im Kriegsfall als Brandschutzstreifen dienen und die Gefahr, dass Trümmerteile die Wege blockieren, verringern. Da durch den noch vorhandenen Mangel an allgemeinem Wohlstand nicht auf den innerstädtischen Massenwohnungsbau verzichtet werden kann, begegnet der Film dem in den 1950er Jahren aufkommenden Trend zum Eigenheim am Stadtrand auffallend kritisch.

 

 

AEG-Werbefilm: Was schenkt man da?

Produktion: Deutsche Dokumentar- und Werbefilm GmbH, BRD, 1958, 1'30''

 

In Form einer Palette von Geschenkideen, die jedes Fachgeschäft bereithält, präsentiert dieser kurze Animationsfilm Haushaltsprodukte der AEG: für die Rückenschmerzen des Opas ein Heizkissen, dem Vati einen Elektrorasierer, der Mutti eine Reihe elektrischer Geräte für die Küche und für die Bastelleidenschaft des Sohnes u.a. eine Bohrmaschine.

 

 

Bag de ens facader

Regie: Peter Weiss, DK, 1961, 27'

 

"Bag de ens facader" ist eine Auftragsarbeit der Statens Filmcentral Kopenhagen. Peter Weiss entwickelte das Drehbuch zu dem sozialkritischen Dokumentarfilm über die BewohnerInnen einer modernen Schlafstadt am Rande Kopenhagens in Zusammenarbeit mit Eva Rée Hinrichsen. Es handelt es sich um den letzten Film von Weiss, der in über die 1950er Jahre hinweg maßgeblich als Filmemacher tätig war und erst 1960 mit der Veröffentlichung von "Der Schatten des Körpers des Kutschers" im Suhrkamp Verlag seinen literarischen Durchbruch erzielte.

(Mit Dank an Lisa Kaiser)

 

 

 

Donnerstag, 21. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 4)

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Sie fanden ihren Weg

Regie: Herbert Vesely, BRD, 35mm, 1963, 88'

 

Herbert Veselys dokumentarischer Spielfilm folgt dem Arbeiterjungen Helmut, der am Rande Hamburgs Scheibenhochhäuser errichtet. Angesichts des geringen gesellschaftlichen Statuses seiner Profession hat er Schwierigkeiten, die Friseurin Monika für sich zu gewinnen. Der Film blendet immer wieder in dokumentarische Plädoyers der sozialen Errungenschaften der Gewerkschaftsbewegung und endet mit der ungeschnittenen Aufnahme der Rede John F. Kennedys vor dem Bundeskongress der IG Bau-Steine-Erden in der Berliner Kongresshalle am 26. Juni 1963.

 

 

 

Montag, 25. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 5)

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Jahrgang 45

Regie: Jürgen Böttcher, DDR, 35mm, 1966, 90'

 

Mit "Jahrgang 45" von Jürgen Böttcher wechselt die Spielfilmreihe in den Ostteil des geteilten Berlins, wo sich Mitte der 1960er Jahre ebenso ein Geist des Aufbruchs und der Verweigerung breitmachte: Al und Lisas Liebe entfremdet sich auf der Suche nach Freiräumen und Alternativen zum spießbürgerlichen Lebensmodell. Die allzu genauen, in den Wohnungen, Parks und neubaugebieten Ostberlins gedrehten Beobachtungen Böttchers und die Indifferenz seiner Figuren waren politisch nicht opportun. Die DEFA-Produktion durfte seinerzeit nicht fertiggestellt werden und konnte erst 1990 zur Uraufführung gelangen.

 

 

 

Mittwoch, 27. Juni 2007, 20 Uhr (Kurzfilmprogamm 4)

Wunder der Wirtschaft: Haushalt und Rationalisierung

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Studio

 

 

Die neue Wohnung

Regie: Hans Richter, CH, Video, 1930, 27'

 

Mit "Die Neue Wohnung" schuf der Avantgardist Hans Richter ein außergewöhnliches Auftragswerk, das im Rahmen der ersten Schweizerischen Wohnungsausstellung (WOBA) in Basel vorgeführt wurde. Richter kontrastiert exemplarische Bauten des Neuen Bauens, zweckmässige Möbel und die Verschmelzung von Innenraum und Garten mit den verstaubten, düsteren und unhygienischen Interieurs des 19. Jahrhunderts: "Luft, Licht und Sonne bedingen das Leben" – "Mauern engen das Leben ein". In variantenreicher Montage entstand ein filmisches Äquivalent zum Programm des Schweizerischen Werkbundes, dem Auftraggeber des Films: der Bau von funktionalen und typisiert gestalteten Wohnungen in einer Zeit der Industrialisierung und Beschleunigung des städtischen Lebens, verbunden mit der Forderung nach "erschwinglichen und menschenwürdigen Wohnungen für Alle."

(Mit freundlicher Unterstützung durch SWISS FILMS Zürich und die Schweizerische Botschaft Berlin)

 

 

AEG-Werbefilm: Der Ehezwist

Auftraggeber: AEG Filmdienst, BRD, Video, 1952, 3'

 

Der Informations- und Werbedienst der AEG produzierte in den 1950er Jahren eine Reihe von Trickfilmen mit den putzigen Figuren Hutzelmann und Butzelmann. In "Der Ehezwist" erscheinen die Beiden im Schaufenster eines Elektrogeschäfts und führen einem angetrunkenen Ehemann, der vor dem Geschäft an einer Laterne Halt sucht, eine AEG-Waschmaschine vor. Dieser hatte am Waschtag seiner Frau die Wohnung in einem tollen Durcheinander vorgefunden. Nach der wütenden Flucht ins Wirtshaus erkennt er nun, welch' große Hilfe eine elektrische Waschmaschine für die Hausfrau bedeutet.

 

 

Marketing

Regie: Pierre Long, FR/UK, Video, 1953, 18'

 

Dieser Marshallplan-Film zeigt am Beispiel von Frankreich, wie wichtig Modernisierung und Marktforschung sind, um dem Ziel des European Recovery Programs (ERP) von höherer Produktivität und sinkenden Preisen nachkommen zu können. "Effektivität – wohin der Film schaut, überall fehlt sie (noch). Verpackungen sind nicht exakt an die Güter angepasst, Türklinken unpraktisch geformt, selbst Kleiderbügel haben sich nicht überall in der idealen Form durchgesetzt. Die Bestandsaufnahme so vieler Hindernisse für die Produktion hoher Stückzahlen schließt immerhin mit einem hoffnungsvollen Ausblick: Rationalisierung und Standardisierung setzen sich durch, Selbstbedienungsläden und in Folie verpackte Schweinekoteletts werden bereits vom Verbraucher akzeptiert." (Rainer Rother)

 

 

Frauen für leichte Arbeiten gesucht

Regie: Dieter Werner, BRD, Video, 1962, 12'

 

In diesem Film von AEG, Telefunken und Olympia vermessen Wissenschaftler mit Hilfe der sogenannten Respirationsgasuhr die Arbeitswelt der Frau. "Aufgrund der Ergebnisse solcher Untersuchungen werden Geräte entwickelt", erläutert die männliche Off-Stimme, "die den Frauen einen großen Teil der schweren Arbeit abnehmen können" – ob am Fließband in der Fabrik, an der Schreibmaschine im Büro, im Haushalt oder in der Küche. Das spart Zeit ein, in der die Frau zum Friseur gehen kann, während das Essen von selber kocht. "Und wenn die hungrigen Mäuler nach Hause kommen, ist alles fertig."

 

 

Wir bauen ein Haus

Regie: Leonhard Fürst, BRD, 35mm, 1958, 12'

 

"Wir bauen ein Haus" bewirbt den vorstädtischen Eigenheimbau als eine Möglichkeit, dem als vergiftet und rücksichtslos dargestellten Großstadtleben zu entkommen. Der Massenwohnungsbau wird mit der Unmenschlichkeit industrieller Produktionsmethoden gleichgesetzt: "Arbeiter in Fabriken, alle fertigen sie nur noch Teile für das Endprodukt, alles ist mechanisiert. Genauso mechanisiert ist das Wohnen in den riesigen Wohnblocks." Demgegenüber steht das Eigenheim für Heimat, Familie und soziale Werte, wenngleich auch hier rationelle Bautechniken helfen sollen, trotz staatlicher Förderung die Kosten für den Hausbauer zu senken.

 

 

Die Gartenzwerge

Regie: Boris Borresholm, BRD, 16mm, 1961, 10'

 

Ein satirischer Zeichentrickfilm über das westdeutsche Wirtschaftswunder. Aus den Trümmern der Städte tauchen Gestalten mit Zipfelmützen auf und vereinigen sich zur gemeinsamen Anstrengung des Wiederaufbaus. Um jeder für sich Karriere zu machen, vereinzeln sie sich erneut. Einer baut sich ein Haus, die anderen machen es ihm nach. Einer radelt auf dem Fahrrad daher. Die anderen ihm nach. Waschmaschinen werden am Fließband produziert, eine Reisewelle dickbäuchiger Urlauber überrollt Europa und die Wohlstandsbürger feiern opulente Parties, solange bis sie sich in tönerne Gartenzwerge verwandeln und alsbald auf dem Müll landen.

 

 

 

Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.30 Uhr (Spielfilmprogramm 6)

Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2

 

 

Es

Regie: Ulrich Schamoni, BRD, 35mm, 1966, 83'

 

Ulrich Schamonis erster abendfüllender Spielfilm ist eines der Frühwerke des Jungen Deutschen Films: Hilke, Zeichnerin bei einem Architekten und Manfred, aufstrebender Assistent eines Westberliner Grundstücksmaklers, sind ein jungverheiratetes, unbeschwertes Paar, deren Ehe plötzlich in eine Krise gerät, als Hilke schwanger wird. Die immer etwas eiligen Hauptpersonen, die schnellen Schnitte und schrägen Kameraeinstellungen des Films zeigen die neue Raumerfahrung der modernen Stadt, die sich bald nach der Wiederaufbauphase durch Rastlosigkeit und Informationsüberfluss auszeichnete.

 

 

 

Freitag, 6. Juli 2007, 20 Uhr (Kurzfilmprogramm 5)

Stadt von heute: Verkehrslösung und Utopieverlust

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Studio

 

 

Eine Stadt ist optimistisch

Regie: Rudi Flatow, BRD, 1957, 10'

 

Der seinerzeit über die Landesfilmdienste vertriebene Film "Eine Stadt ist optimistisch" präsentiert die Planungen für ein neues, modernes Berlin, an dem alle gemeinsam – Stadtplaner, Architekten und Bauhandwerker – mit Überzeugung arbeiten. "Die am Berliner Funkturm montierte Kamera fährt in die Höhe, um uns die Gelegenheit eines wahren Planerüberblicks zu verschaffen: "Sehen Sie, das ist Berlin", stimmt uns der Kommentator ein, "ein unübersehbares Häusermeer". Die nächste Bildabfolge zeigt unzweideutig, wie "Häusermeer" zu verstehen sei: Schnellstraße, Abrißbirne und Planierraupe lautet der hart geschnittene Zuspruch zur Umsetzung der Hauptstadtpolitik." (Folckert Lüken-Isberner)

 

 

Aral-Werbefilm: Alles für alle

Produktion: Fischerkoesen, BRD, 1955, 3'30''

 

Hans Fischerkoesen, dessen Studio zu den erfolgreichsten und bekanntesten Werbefilmproduktionen der frühen Bundesrepublik zählte, realisierte in den 1950er Jahren eine Vielzahl von Zeichentrickfilmen für Aral. "Alles für alle" unternimmt einen Ausflug in die Urgeschichte der Rohstoffe und deren Verarbeitung zum idealen Gemisch aus Benzol und Benzin. Die Güte des Kraftstoffs erfreut jeden Motor und verspricht Erfolg auf vollen Straßen. "Verkehrsgewühl mit viel Geschrei. Aral betankt, kommst Du vorbei. Aral wird Dir mit Recht empfohlen, dann kannst Du sicher überholen."

 

 

Vom Uhrzeiger gehetzt

Regie: Walter Koch, BRD, 1957, 13'

 

"Vom Uhrzeiger gehetzt" ist ein Lehrfilm der Bundesverkehrswacht, der das Verhalten von Verkehrteilnehmern schildert, die in Eile sind. Ein Generaldirektor fährt im Auto, seine Sekretärin hetzt zu Fuß und per Straßenbahn zur Arbeit. Die Aufbaujahre stehen unter dem Diktat des kleinen Uhrzeigers und Pünklichkeit wird als Voraussetzung für beruflichen Erfolg gewertet. Am Schluß der dramatischen Spielhandlung obsiegt die Erkenntnis: "Pünklichkeit ist eine schöne Sache sei, aber man sich Zeit nehmen zur Pünktlichkeit."

 

 

Die Stadt

Regie: Herbert Vesely, BRD, 1960, 37'

 

Nachdem Herbert Vesely 1955 mit seinem vom Existenzialismus inspirierten Film "Nicht mehr fliehen" aufgefallen war, produzierte er eine Reihe von Kurzfilmen und Filmfeuilletons, wie z.B. "Autobahn" (1957) oder "Menschen im Espresso" (1958). Das Konzept zu "Die Stadt" entwickelte Vesely im Rahmen einer Seminararbeit an der Hochschule für Gestaltung in Ulm, deren Filmklasse er mitgegründet hatte. Die abgebildete Stadt ist das Berlin des Jahres 1960. Nur scheinbar ungerührt gehorchen die namenlosen Großstadtbewohner den Gesetzen der modernen Welt. Unterlegt mit einer Collage aus Werbeslogans, Statistiken und Wohnungsangeboten beobachtet der Film die Menschen, wie sie sich auf den Straßen und in den Cafés, zwischen Lichtfassaden und Ruinen bewegen.

 

 

Sonderbericht Berlin (Ausschnitt: Mode im Hansaviertel)

Produktion: Schnabel-Film, BRD, 1961, 1'30''

 

"West-Berlin ist wieder eine elegante Stadt mit einer bedeutenden Bekleidungsindustrie. Als Kulisse für Modeaufnahmen dient häufig das von Architekten vieler Länder erbaute Hansaviertel." Models führen vor dem Niemeyer Haus oder im Atrium der Hansabibliothek eine Kollektion Kleider und Herbstkostüme des Hauses Oestergaard vor. Der kurze Beitrag des "Sonderberichts Berlin", einer für die Wochenschau produzierten Reportage über aktuelle Berliner Ereignisse, zeigt die neue Normalität und Lebenskultur im "Schaufenster des freien Westens".

 

 

Stadterneuerung Berlin - Beispiel Wedding

Regie: Wolfgang Kiepenheuer, BRD, 1966, 24'

 

"Eine Stadtsanierung, wie sie in dem direkt an die Mauer grenzenden Bezirk Wedding vorgenommen wird, bedeutet nicht Vernichtung des Alten, sondern Erneuerung verwahrloster unzeitgemäßer Wohngebiete. Der Film schildert, wie es zu den ungesunden Zuständen lichtarmer Hinterhofwohnungen kam und wie man versuchte, die vier Funktionen Wohnen, Arbeit, Erholung und Bewegung in idealer Weise zu vereinen. Hauptdarsteller sind die Weddinger selbst mit schlagfertigen und nicht unkritischen Anmerkungen." (aus: Berlin-Filme der Landesbildstelle Berlin, 1984)